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Per-/Polyfluoralkyl-Stoffe (PFAS)

sind eine Gruppe von Tausenden von hauptsächlich künstlich hergestellten Stoffen, die in der EU in zahlreichen Anwendungen eingesetzt werden. Da PFAS seit den 1940er Jahren weltweit verwendet werden, haben sie bereits zu Verunreinigungen in der ganzen Welt geführt.

Die chemische Klasse der PFAS umfasst derzeit etwa 10.000 Verbindungen, in

  • Textilien,
  • (Lebensmittel-)Verpackungen,
  • Schmiermittel,
  • Kühlmittel,
  • Elektronik,
  • Baugewerbe und
  • vielen weiteren Branchen, einschließlich der pharmazeutischen und medizinischen Industrie.

Aufgrund der Dauer und des Umfangs der Verwendung können PFAS im Oberflächenwasser, im Grundwasser, im Boden und in der Luft gefunden werden – von abgelegenen ländlichen Gebieten bis hin zu dicht besiedelten städtischen Zentren. Die Besorgnis über PFAS beruht auf Umwelt- und Gesundheitsaspekten. Die fortgesetzte Verwendung von PFAS in den verschiedenen Anwendungen wird in der EU in den nächsten 30 Jahren (2025-2055) schätzungsweise 4,5 Millionen Tonnen an Emissionen in die Umwelt verursachen, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Diese Schätzung bezieht sich nur auf die Verwendungsphase und stellt daher eine erhebliche Unterschätzung der tatsächlich zu erwartenden Emissionen dar.

Zeitlinie

Im März 2023 veröffentlichte die ECHA den “Annex XV Restriction Report: Proposal for a Restriction of per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS)” mit Fokus auf den Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit bei der Verwendung von PFAS. Bereits Mitte 2025 sollte die Beschränkung in Kraft treten mit einer Übergangsfrist von 18 Monaten bis Ende 2026. Durch die zahlreichen Kommentare (> 5600) der Industrie wurde der Prozess verlangsamt. Im Dezember 2025 kam es zum Update des Annex-XV-Dossiers und zur RAC-Entscheidung. Derzeit liegt das Dossier dem wissenschaftlichen Ausschuss der ECHA für sozioökonomische Analyse (SEAC) zur Kommentierung vor.

Im März 2026 soll nun die Entscheidung des SEAC vorliegen. Darauf folgt eine zweite öffentliche Konsultation über das neue ECHA Survey Tool der Behörde, die 60 Tage dauert. Innerhalb von 6 Monaten nach Ende der Konsultation soll die Entscheidung der Europäischen Kommission vorliegen und die Beschränkung entsprechend des Annex-XV-Dossiers in Kraft treten. Die Übergangsperiode von 18 Monaten würde Ende 2029 auslaufen. Für Medizinprodukte würde das endgültige Verwendungsverbot von PFAS nach 12 Jahren 2041 in Kraft treten.

2024

Im Jahr 2024 wurde die Stellungnahme des ECHA-Ausschusses zu den Beschränkungsoptionen im Hinblick auf die öffentliche Konsultation erwartet; die Durchführungsverordnung zur Beschränkung von PFAS der Europäischen Kommission (EG) sollte 2025 in Kraft treten (siehe Abbildung unten).

Abbildung: Zeitplan des vorgeschlagenen Regulierungsprozesses für PFAS, wenn ein vollständiges Verbot vermieden wird  (ECHA 2023)

Sector/Topic RAC SEAC
Hazard of PFAS Discussion: 03/2024, 06/2024
Provisional conclusion: 06/2024
General approach to emissions estimation (including waste) Discussion: 06/2024, 09/2024
General approach to socio-economic analysis Discussion: 03/2024, 06/2024
to be continued
Consumer mixtures, cosmetics and ski wax Discussion: 03/2024, 06/2024
Provisional conclusion: 06/2024
Discussion: 03/2024
Provisional conclusion: 06/2024
Metal platin Discussion: 06/2024
Provisional conclusion: 06/2024
Discussion: 06/2024
Provisional conclusion: 06/2024
Petroleum and mining Discussion: 09/2024
Provisional conclusion: 09/2024
Discussion: 09/2024
Provisional conclusion: 09/2024
Textiles, upholstery, leather, apparel, carpets (TULAC) Discussion: 09/2024, 11/2024
Provisional conclusion: 11/2024
Discussion: 09/2024, 11/2024
Provisional conclusion: 11/2024
Food contact materials
and packaging
Discussion: 09/2024, 11/2024
Provisional conclusion: 11/2024
Discussion: 09/2024, 11/2024
Provisional conclusion: 11/2024
Construction products Discussion: 11/2024
Provisional conclusion: 11/2024
Discussion: 11/2024
Provisional conclusion: 11/2024

2023

Am 22.03.2023 veröffentlichte die ECHA den “Annex XV Restriction Report: Vorschlag für eine Beschränkung von Per- und Polyfluoralkylstoffen (PFAS)”. Das Dokument konzentriert sich auf die Bewertung der Risiken der Verwendung von PFAS für die Umwelt und die menschliche Gesundheit und umfasst zwei Anhänge: Anhang A befasst sich mit der Herstellung und Verwendung von PFAS und Anhang B mit der Bewertung der Gefahren und Risiken von PFAS für die menschliche Gesundheit und die Umwelt.

Der Bericht über Beschränkungen enthält eine Bewertung der Wirksamkeit, Durchführbarkeit, Überwachbarkeit und sozioökonomischen Auswirkungen von zwei vorgeschlagenen Beschränkungsoptionen (ROs) im Rahmen von REACH. Diese Optionen werden als die am besten geeignete Risikomanagementoption (RMO) zur Bewältigung der ermittelten Risiken für Umwelt und Gesundheit angesehen. Die ECHA stellt einen Zeitplan für die Umsetzung der vorgeschlagenen Beschränkungen zur Verfügung und berät derzeit zu diesem Thema.

Am 25.09.2023 endete die sechsmonatige öffentliche Konsultation zur Beschränkung von PFAS. Bis zu diesem Datum konnten interessierte Kreise ihre Kommentare einreichen und die ECHA veröffentlichte die Kommentare auf ihrer Webseite.

Am Ende wurden mehr als 5600 Kommentare aus verschiedenen Industriezweigen auf der ECHA-Website veröffentlicht.

Sector/Topic RAC SEAC
Hazard of PFAS Discussion: 09/2023

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